Thema: Caster selber machen!

Über Caster ist sicher schon viel geschrieben worden.  Hier möchte ich nicht nur schreiben sondern auch in Bildern zeigen und veranschaulichen wie man es ohne viel Aufwand betreiben kann um den Top- Köder Caster herzustellen!

Als erstes brauche ich einen guten Madenlieferanten der mir in der Saison frische gute Englische Castermaden besorgen kann.  Meine Castermaden kaufe ich am Freitag frisch bei meinen Angelgerätehändler und achte darauf das die Made einen deutlichen schwarzen Punkt ( der Magen ) zu sehen ist.

Zu Hause angekommen werden die Maden erstmal von den Sägemehl und Maismehl getrennt. Die Maden werden von mir dann 2x gesiebt und die nicht durchpassen bzw. oben liegen bleiben in meinen Fischteich entsorgt. Den Fischen schmeckst.

Hier verwende ich feines Sägemehl

 

Das Sägemehl wird danach in einem Eimer mit Wasser so befeuchtet, das es sich nach 10-15 Minuten feucht in der Hand anfühlt. Wenn es zu Nass ist werden die Maden alle auf Wanderschaft gehen.

   

Die Maden sind gereinigt und im Sägemehl

 

Dann werden unsere lieben Krabler mit den Sägemehl in den Kühlschrank gepackt.  Bei 3 - 4° Temperatur verhalten sie sich ruhig. Eventuell muss das Sägemehl am besten mit der Sprühflasche nachgefeuchtet werden. Am Dienstag beginnen wir mit der Arbeit. Am Abend werden die Castermaden aus den Kühlschrank geholt und das Sägemehl komplett von den Maden getrennt. Danach lasse ich die Maden wieder durch ein Sieb laufen und sortiere die schlechten aus. Das Sägemehl wird auch gesiebt und eventuell mit frischen Sägemehl angereichert. Wer will kann das Sägemehl mit Flüssiglockstoffen wie Vanille, Karamel oder Scopex versehen und seine zukünftigen Caster mit einer Duftnote versehen.

 

Die ersten Caster sind schon da!

 

Am Mittwochabend werden die Caster in meinen Keller der etwas Feucht ist und wo je nach Jahreszeit zwischen 10° und 15° herschen das erste mal gesiebt um die ersten Caster von den Maden zu trennen. Wichtig! Seit auf der Hut. Denn jetzt geht die Post ab, weil die Caster im 3-6 Stunden gesiebt und versorgt werden müssen!

 

Viele wunderschöne Caster zum Angeln...

 

Viele Angler stellen sich die Frage: Wie bekomme ich das Zeitlich hin. Nach vielen Experimenten verrate ich hier meine gemachten Erfahrungen. Donnestagmorgen stehe ich eine halbe Stunde eher auf, weil ich die Caster sieben muss. Es haben sich ca. 30% der Casternaden zu Castern gebildet. Wer größere Mengen braucht dem rate ich zu größeren Sieben, weil sie einen viel Arbeit abnehmen.  

Die Castermaden werden wieder ins Sägemehl verfrachtet und wer keine Zeit hat sie Mittags zu sieben weil er Arbeiten ist packt die Castermaden in den Kühlschank. Damit schraubt man den Entwicklungsprozess zurück und die Maden stehen außerdem im dunkeln, so das ich am späten Nachmittag oder später meine Arbeit mit den Top-Köder wieder aufnehmen kann.

 

je größer der Eimer, desto weinger fallen daneben

 

Zu Hause angekommen siebe ich sofort die Castermaden und habe auch kurz Zeit etwas zu Essen. Jetzt komme ich zu den Arbeitsschritten die Wichtig sind um auch Top-Köder herzustellen und zu erhalten.

 

eine Futterwanne erleichert die Arbeit ungemein

 

Nach dem Sieben wird sortiert. Da sich durch das vorherige gründliche Sieben der frischen Castermaden die meisten schlechten sich vorher verabschiedet haben, gibt es auch weniger Ausschuß. Aus den großen Eimer nehme ich nur eine kleine Hand voll Caster und verteile sie in der Futterwanne. Davon habe ich zwei. Hier finden sich noch Krabler die noch nicht verpuppt sind und unsere guten Caster verderben können und zu langen toten fiesen Maden werden. Die packe ich zurück zu den Castermaden. Die wenigen toten oder unansehnlich verformten Caster bekommen meine Fische.

 

hier wird erst mal gesammelt

 

Nach ein paar mal Sieben hat man ein Gespür dafür welche die Richtigen sind.  Die guten packe ich erstmal in einen kleinen Eimer oder ähnliches. Wenn ich mit dem sortieren fertig bin kommt der nächste Arbeitsschritt.  

 

das Glas mit Castern füllen bis zum Rand

 

Ich fülle meine frischen Caster in ein Glas bzw. einen 1/2 Liter fassenden Kunststoffbehälter mit Deckelverschluß ( M.S. vertreibt solche) bis der Behälter bis zum Rand voll ist. Bei Gäsern jeder Größe empfehle ich einen dünnen Gefrierbeutel erst in das Glas zu stecken. Bitte achtet darauf das dass Glas mit den Gefrierbeutel auch vollends gefüllt ist. Tipp: Vorsichtig das Glas auf den Plastikboden klopfen. Somit bekommt Ihr es auch richtig voll.

 

jetzt Deckel drauf und fertig
Deckel drauf und sofort in den Kühlschrank

 

Am Ende wird Vorsichtig der Gefrierbeutel ohne Knoten zugedreht und an die Innenseite des Glases gelegt und dann mit den Deckel fest verschraubt und sofort in den Kühlschrank gestellt. Auch Behältnisse die noch nicht voll sind mit den Gefrierbeutel gut zudrehen. Danach müssen die Caster bis zum nächsten Morgen draußen bleiben oder für Angler die Abends und Nachts arbeiten müssen können hier den Spieß natürlich umdrehen. Ich wiederhole die gleichen Arbeitsschritte und kontrolliere wann ich wieder sieben muss. Die beste Farbe für Caster ist hellbraun. Nachdunkeln tun sie so wie so.  

Bis Freitagabend sind gut 90% der Caster fertig und auch wenn es am Anfang etwas mehr Mühe gekostet hat, habt Ihr Euch in eigener Arbeit Erstklsssige Köder hergstellt.

 

hier meine eingefrorenen Caster aus den Eisschrank

 

Wichtig ist das Ihr beim sieben nicht vergisst, das sortiert werden muss. Wer sich hier zu viel Zeit lässt hat die Arbeit umsonst gemacht. Caster neigen dazu bei Licht und wenn sie frei liegen sich schneller zu verpuppen und auch mir ist das schon passiert, das ich eingeschlafen bin und viele meiner Caster dunkelbraun waren und nicht mehr zum Angeln brauchbar waren.  

 

auch gefroren sind Caster ein Super Köder

 

Die Caster halten so 2 - 3 Wochen. Zwischen durch öffne ich ca. alle 4 Tage nur für kurze Zeit das Glas um frische Luft an die Caster zu lassen, weil es sich ja um Lebewesen handelt. Wer zuviel Caster hat kann sie auch einfrieren. Die Caster sollten frisch mit Kühlelementen oder im eingefrorenen Zustand mit gefrorenen PET-Flaschen ans Wasser in eine Kühlbox transportiert werden. Erst am Wasser hole ich das eingefrorene Glas mit den Caster heraus, öffne den Deckel und den Gefrierbeutel und schütte den Inhalt sobald sie ein wenig angetaut sind in einen Eimer mit Wasser.

 

hier der Test mit Castern und ein Küchentuch

 

Die Caster verfärben das Wasser schwarz und wer ein Durchschlagsieb aus der Küche dabei hat ( kostet 1€ aus Plastik ) gießt sie ab und wechselt kurz das Wasser. Wenn man die Kühlkette nicht unterbricht bleiben diese Caster im Glas knackig. Wir haben sie sogar beim Nachangeln mit der Feeder benutzt, ohne das sie abgefallen sind. Wer zu faul ist und seine Caster im Kühlschrank auftaut wird sich wundern. Sie verfärben sich dunkel bis schwarz, sind weich und unansehnlich.  

 

Frische gute Caster erkennt man am Geruch. Ein Stück Küchenrolle oder ein Papiertaschentuch tun gute Dienste. Wenn man einige Caster darin zerdrückt und daran riecht muss der Geruch neutral bleiben. Besser man reinigt die Caster im Wasser und macht dann den Test. Riechen sie sauer kann man sich damit den ganzen Angeltag damit versauen.

 

Ich hoffe ich habe Eure Neugier geweckt und Ihr seit ein wenig schlauer. Dies ist schließlich für die Praxis und auf meine eigenen Caster konnte ich mich stets verlassen.  

Caster selbst gemacht haben den Brassen geschmeckt

 

 

 

 

Viel Spaß und viel Erfolg beim ausprobieren! 

 

 

 

 

 

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